Warum ist es wichtig, dass in einem Team wertschätzend kommuniziert wird? * Klarheit durch offenen Informationsfluss, transparenten Austausch, Absprachen und Entscheidungen * Steigerung von Motivation, (Selbst-)Vertrauen, Kreativität, Leistungsbereitschaft und Verbundenheit * Mehr emotional gebundene Mitarbeitende, dadurch Wettbewerbssteigerung des Unternehmens

Wir alle kennen das aus dem Sport: Wenn ein Fussball-, Handball- oder Basketball-Team nicht gut zusammenspielt, dann bleibt der Erfolg aus, selbst wenn das jeweilige Team die besten Einzelspieler, Expertinnen und Experten in ihrer Disziplin aufweist. Es wird dabei schnell klar, dass eine Teamleistung mehr ist als die Summe der Einzelergebnisse und es besonders in der Teamführung mehr braucht als Koordination und Verwaltung.
Bereits 2008 haben Wolfgang Jenewein und Marcus Heidbrink Erfolgsfaktoren erforscht, die es für die Entwicklung eines «High-Performance-Teams» braucht – im Sport und genauso in Unternehmen: Eine starke Vision und gemeinsame Ziele, eine passende Teamzusammensetzung, klare Rollen und Strukturen innerhalb des Teams, definierte Prozesse und Spielregeln. Zentral dabei: eine intensive, Vertrauen und Eigenverantwortung fördernde Kommunikation mit kontinuierlichem Feedback und einer klaren Lösungs- statt Problemkultur zur Erreichung der gemeinsamen Ziele (Jenewein, Wolfgang/Heidbrink, Marcus, High-Performance-Teams, 2008).
Dass Respekt und Wertschätzung elementar sind für die Motivation und Zufriedenheit in Organisationen, ist nicht neu, doch nach wie vor aktuell. Wer sich von Vorgesetzten und Kolleg:innen respektiert und wertgeschätzt fühlt, ist eher bereit, Entscheidungen mitzutragen, Informationen weiterzugeben, den Dialog zu suchen und sein Bestes zu geben. Ein Mangel an Respekt und Wertschätzung hingegen kostet ein Unternehmen Geld, beispielsweise durch Dienst nach Vorschrift, hohen Krankenstand bis zur Kündigung. Der aktuell erschienene Gallup Engagement Index gibt hierzu fundierte Hinweise (bezogen auf Deutschland, jedoch übertragbar auf die DACH-Region). Daraus geht hervor, dass sich nur 10 Prozent der Beschäftigten in Deutschland emotional an ihr Unternehmen gebunden fühlen, 13 Prozent haben keinerlei emotionale Bindung (innere Kündigung), was im Jahr 2025 zu gesamtwirtschaftlichen Produktivitätseinbußen zwischen 119,2 und 142,3 Milliarden Euro geführt hat. 77 Prozent der Mitarbeitenden erfüllen ihre Aufgaben pflichtgetreu (Dienst nach Vorschrift), mehr aber auch nicht. Emotionale Mitarbeiterbindung ist entsprechend kein Nice-to-Have, sondern ein Wettbewerbsfaktor – dies gilt besonders für KMU als beziehungsorientierte Unternehmen.
Was macht «Wertschätzung» so bedeutsam für die Teamkommunikation?
Wertschätzung, die Suche nach Anerkennung ist ein evolutionäres Grundbedürfnis des Menschen als sozialem Wesen. Menschen wollen so, wie sie sind, und mit dem, was sie tun und leisten, gesehen, anerkannt und wahrgenommen werden. Dieses Bedürfnis ist biologisch verankert, so dass bei positiven Rückmeldungen Glückshormone wie Dopamin ausgeschüttet werden. Die US-amerikanische Psychologin Barbara Fredrickson hat mit ihrer Broaden-and-Build-Theorie darauf aufbauend erforscht, dass positive Emotionen die menschliche Wahrnehmung sowie das Denken erweitern und kognitive, psychologische, körperliche und handlungsbezogene Ressourcen aufbauen (Fredrickson, B., Die Macht der guten Gefühle, 2011). Ein wertschätzendes Klima wirkt sich demnach positiv auf die physische Gesundheit aus, wird als «Wohlfühlfaktor» im Gehirn verarbeitet und fördert Motivation, Selbstvertrauen, Kreativität und Leistungsbereitschaft. Zusätzlich erfüllt ein wertschätzender Umgang miteinander eine soziale Funktion: Zwischenmenschliche Beziehungen werden gestärkt, ein Gefühl der Zugehörigkeit, Verbundenheit und das Vertrauen untereinander wird gefördert. In Teams führt das dazu, dass Mitarbeitende offener kommunizieren, Konflikte konstruktiver lösen und gemeinsam auf Ziele hinarbeiten. Gerade in unsicheren Zeiten, stressreichen oder anspruchsvollen Situationen kann eine wertschätzende Unternehmenskultur emotionale Unterstützung bieten und dabei helfen, Herausforderungen besser zu bewältigen.
Umgekehrt wird ein Mangel an Wertschätzung im Gehirn als soziales Defizit registriert, wodurch negativer Stress ausgelöst wird. Fehlen Anerkennung, Respekt und ein wertschätzender Umgang, kann dies zu Frustration, Unsicherheit und einem Rückgang der Leistungsbereitschaft führen. Dies ist im beruflichen Umfeld kritisch zu sehen, da nicht nur die Teamdynamik negativ beeinflusst, sondern auch die Bindung an das Unternehmen in Frage gestellt wird.
Darauf hat bereits der finnische Arbeitswissenschaftler Prof. Juhani Ilmarinen hingewiesen: Unzureichende Anerkennung und Wertschätzung am Arbeitsplatz erhöhen das Risiko der Arbeitsunfähigkeit auf das 2,4-Fache (zit. nach ALPHA, Der Kadermarkt der Schweiz, Mai 2014). Zu ähnlichen wie auch ergänzenden Erkenntnissen kommt der Leitfaden von OBT und KMU-HSG von 2024 zum Thema «Mitarbeiterbindung – Wie KMU Mitarbeitende langfristig halten können», der den Themen Unternehmenskultur, Führung, Anerkennung und Wertschätzung grossen Einfluss auf unternehmerischen Erfolg beimisst.
Was genau bedeutet «wertschätzende Kommunikation» im Team?
Bereits Mitte 20. Jahrhunderts hat der US-amerikanische Psychologe Carl Rogers auf die Bedeutung einer wertschätzenden Kommunikation, basierend auf drei Säulen, hingewiesen: Empathie (einfühlendes Verstehen), Akzeptanz (nicht an [Leistungs-]Bedingungen geknüpfte positive Wertschätzung) und Kongruenz (Echtheit, Authentizität). Diese Grundhaltungen, so seine Forschung, bewirken ein wachstumsförderndes Klima, in dem sich Menschen sicher fühlen, entwickeln und ihre Persönlichkeit entfalten können.
Hier ist vor allem Führung gefragt: Führung, die Beziehungen gestaltet, als Vorbild wirkt, (aktiv) zuhört, Fragen stellt, ohne in Frage zu stellen, sich Zeit für Gespräche mit Mitarbeitenden nimmt, vertraut und zutraut, auf Lösungen statt auf Fehler fokussiert, Feedback gibt – positiv wie auch konstruktiv, die Raum für Austausch und Mitgestaltung gibt, Unterschiede in den Teampersönlichkeiten als Chance und Bereicherung sieht, transparent informiert, Wissen teilt und das eigene Führungsverhalten, die eigenen Führungskompetenzen immer wieder reflektiert sowie neue Kompetenzen aufbaut und weiterentwickelt.
Dr. Heike Heckelmann, Seminar- und Projektleiterin Weiterbildung im Institut für KMU und Unternehmertum an der Universität St.Gallen (KMU-HSG).
Kaderleute für Team-Kultur sensibilisieren

Einen Beitrag dazu, Führungspersonen für eine wertschätzende Team-Kultur zu sensibilisieren, leistet das Seminar KMU Führungskompetenz des Instituts für KMU und Unternehmertum an der Universität St.Gallen (KMU-HSG): In zweimal drei Tagen bietet das Programm rund um die Themen «unternehmerisch führen», «Selbst- und Mitarbeiterführung», «Kommunikation und Teamführung» sowie «die Rolle als Führungskraft» Raum, um praxisnahe Führungsimpulse für den Alltag zu erhalten, eigenes Wissen und individuelle Erfahrungen mit Gleichgesinnten zu teilen, Kenntnisse aufzufrischen, das persönliche Verhalten zu reflektieren und (neue) Führungswerkzeuge auszuprobieren. Weitere Informationen finden sich unter KMU Führungskompetenz.

* Am Dienstag fand die 3. ordentliche Generalversammlung der Olma Messen St.Gallen AG statt. * Die Aktionärinnen und Aktionäre genehmigten sämtliche Anträge des Verwaltungsrates. Der Immobilienstratege Markus Streckeisen wurde zum neuen Verwaltungsrat und VR-Präsidenten gewählt. * Mit dem Rücktritt von Thomas Scheitlin ging eine prägende Ära zu Ende.

* Der Bund will Tests und Verkaufsverbote für PFAS-belastete Nahrungsmittel per Weisung durchsetzen. * Im Raum stehen Verkaufsverbote für Eier und Fleisch. * Die Ostschweizer Kantone reagieren scharf auf die Verbote, die Landwirtschaftsbetriebe sehr rasch in eine finanzielle Notlage bringen könnten, schreibt etwa die Ausserrhoder Regierung.

* Helvetia Baloise versprach den Aktionärinnen und Aktionären von Beginn der Fusionspläne weg eine klare Steigerung der Profitabilität und Dividendenkapazität. * Dabei sollen in den Jahren 2026 bis 2028 über 2,8 Milliarden Franken ausgeschüttet werden. * Einen Grossteil der Effizienzsteigerungen will der Konzern über den Abbau von bis zu 2600 Stellen erreichen.